Ich erzähl Dir was vom Pferd…

Was vor einigen Wochen noch als Schreckgespenst durch die Medien geisterte und scheinbar weit weg war, ist heute bereits die bittere Realität, auch hier in Deutschland. Gestern haben wir noch geglaubt, es betrifft „nur“ die Tiefkühlburger, obwohl bereits Gerüchte über Gulasch- und andere Rindfleischprodukte im Umlauf waren. Heute ist es schon fast „in aller Munde“ – Pferdefleisch.

Ein Satz zum Verständnis: Grundsätzlich ist Pferdefleisch für den menschlichen Verzehr geeignet. Das Problem ist einmal mehr die Chemie. Doch diesmal haben wir es nicht mit Konservierungsstoffen und ähnlichem zu tun, sondern mit Medikamenten. Soll Pferdefleisch für den menschlichen Verzehr in den Verkehr gebracht werden, dürfen Tiere, die ärztlich behandelt werden müssen, nur mit ausgewählten Medikamenten behandelt werden. Außerdem muß das Fleisch entsprechend gekennzeichnet sein – getreu nach dem Motto „Nur wo Pferd draufsteht darf auch Pferd drin sein“…

Inzwischen hat sich die ganze Geschichte so weit ausgedehnt, daß ich mich frage, ob ich überhaupt noch Fleisch bedenkenlos kaufen kann. Egal wo man hinsieht oder hinhört, Gulaschkonserven im Aldi, Nudeln mit Bolognesesoße, Lasagne ja sogar Dönerfleisch ist mit Pferde-DNA verunreinigt. Hier kannst Du eine Liste finden, wo die wichtigsen Produkte aufgelistet sind, die unter „Pferdeverdacht“ stehen.

Einerseits wird hier wieder klar, wer keine Konserven und Fertigprodukte kauft, sondern frisch kauft und kocht, ist klar im Vorteil. Vielleicht verstehen die Menschen jetzt, daß der massenhafte Verzehr von Billigfleisch zu ungesunder Massentierhaltung und letztendlich auch zu derartigen Skandalen führt.

Auf der anderen Seite stelle ich mir die Frage, was ist wirklich so schlimm daran, daß Pferdefleisch verarbeitet wurde, essen wir doch tagtäglich Schweinefleisch aus der Massentierhaltung, Eier von KZ-Hühnern und Milchprodukte von Kühen, die mit haufenweise Antibiotika vollgestopft werden. Niemand fragt wirklich danach. Wir kaufen unsere Produkte im Supermarkt und hauptsache sie sind billig. Vielleicht sind wir selbst nicht ganz unschuldig?

Egal wie es ist. Du bist auf der sicheren Seite, wenn Du keine Konserven und Fertigprodukte kaufst. Nicht nur vorübergehend oder so lange, wie das Thema in den Medien ist. Nein, generell.  Wenn Du meine Artikel schon länger liest, weißt Du ja schon, daß ich kein Freund davon bin.

Du könntets zum Beispiel an einem oder auch an zwei Tagen in der Woche auf Wurst und Fleisch verzichten und würdest Dir und Deiner Gesundheit und natürlich auch den Tieren einen Gefallen tun.

Ja, dieser Beitrag ist etwas kontrovers. Vielleicht denkst Du auch „Erzähl mir nichts vom Pferd…“ Ich hoffe, daß er Dich zumindest zum Nachdenken anregt.

Bleib gesund
Deine Sabine Güntsche

Gekeimtes Brot

Zutaten

brot

Für den Keimansatz:
30 g unbehandeltes Getreide
etwas Wasser
1 großes Glas
1 Stück Baumwollstoff
1 Gummi

Für den Teig:
gekeimtes Getreide aus dem Glas
350g Dinkelmehl (Vollkorn und helles Type 1050)
1 Beutel Trockenhefe
warmes Wasser
Salz, Gewürze

Zubereitung

  • Körner in das Glas geben und mit soviel Wasser auffüllen, daß alle bedeckt sind. Den Stoff mit dem Gummi über die Öffnung spannen
  • Ansatz über Nacht oder mind. 10 h stehenlassen und dann das Wasser durch den Stoff abgießen
  • Keimansatz 3 Tage an einem warmen Ort stehen lassen und einmal am Tag lauwarmes Wasser durch den Stoff in das Glas geben, durchschwenken und durch den Stoff wieder abgießen
  • Nach dem Spülen das Glas Kopfüber in ein Gefäß stellen, damit sich kein Wasser absetzen kann. Glas etwas schräg stellen, daß die Luft durch den Stoff zirkulieren kann.
  • Es ist wichtig, daß Du die Körner am 3. Tag verarbeitest. Es kann passieren, daß sie am 4.Tag bereits verschimmelt sind.
  • Am 3. Tag alle trockenen Zutaten in eine Rührschüssel geben und mit einem Löffel vermischen. Die gekeimten Körner mit dem lauwarmen Wasser in die Küchenmaschine schütten und pürieren.
  • Getreidepüree zu den restlichen Zutaten in die Rührschüssel geben und mit den Knethaken des Küchenmixers zu einem kompakten Teig verrühren.
  • Den Teig anschließend mit den Händen kräftig durchkneten. Sollte er klebrig sein, gib noch etwas Mehl dazu und arbeite es gut ein.
  • Den Teig mit einem Tuch abdecken und an einen ruhigen und warmen Ort stellen und für ca. 30 bis 40 min. ruhen lassen bis er deutlich größer ist.
  • Den Teig nocheinmal durchkneten und in die gefettete Backform (Kastenform) legen. Mit dem Tuch abdecken und nocheinmal an dem warmen Ort stellen, bis er sich deutlich vergrößert hat.
  • Backofen auf 200°C vorheizen und das Brot ca. 40 min backen.
  • Brot etwas abkühlen lassen und dann aus der Form nehmen und auf einem Rost abkühlen lassen.

Besonderheiten

Nur Vollkornmehl ist zu schwer und das Brot wird zu fest. Mische deshalb das Vollkornmehl mit einer helleren Sorte. Das beste Verhältnis ist ca. 150g Vollkornmehl und der Rest eine hellere Sorte.
Kernige Haferflocken, Sesamkörner oder gehackte Nüsse können einen Teil des Mehls ersetzen. Die Gesamtmenge sollte 350g nicht überschreiten, sonst brauchst Du mehr Hefe.

Hier habe ich die Anleitung als Video für Dich aufgenommen

 

Brot aus Keimlingen selber backen

brotIn der Vergangenheit habe ich bereits mehrmals über Brot gesprochen. Auch kürzlich in meinem Artikel über Weizen habe ich erwähnt, daß Weizenbrot nicht die beste Wahl ist und auch warum.
Heute möchte ich einige Fakten mit Dir teilen, die Dir zeigen werden, warum Brot aus gekeimtem Weizen besser verträglich ist als alle anderen Brote und Backwaren aus Weizenmehl.

Zuallererst mußt Du wissen, daß Weizen sehr viel Stärke enthält, die nach dem Verzehr zu schnell in Zucker umgewandelt wird. Das gilt im übrigen auch für Vollkornweizen. Die Folge davon ist ein rascher Anstieg des Blutzuckerspiegels, denn das nun bereitgestellte Insulin ist dafür verantwortlich, daß der Zucker so schnell wie möglich abgebaut wird. Ist der Zucker erst in den Zellen verstaut, sinkt der Blutzuckerspiegel wieder ab. Wenn Du sehr viel Brot gegessen hast (das gilt auch für andere Kohlenhydrate) steigt der Blutzucker sehr stark an um dann genauso schnell wieder abzufallen. Das ist der Grund, warum Du nach dem Verzehr eines Brötchens ziehmlich schnell wieder hungrig bist.

Außerdem ist in dem überzüchteten Getreide sehr viel Gluten enthalten, so nennt man das Klebereiweiß, daß auch in anderen Getreidesorten vorkommt, aber längst nicht in den Mengen. Hier haben besonders die Menschen Schwierigkeiten, die eine Glutenunverträglichkeit haben. Brot aus gekeimtem Getreide hingegen hat einige Vorteile.

Was passiert mit dem Getreide, beim Keimen?

Dieser Prozeß verändert die komplette Zusammensetzung des Getreidekorns zum Positiven. Nicht  nur der Stärkegehalt verringert sich sondern auch der Vitamingehalt erhöht sich um das Mehrfache. Komplexe Eiweißverbindungen werden aufgebrochen und sind so für den Körper leichter zu verarbeiten. Um all diese Vorteile zu nutzen, kannst Du Getreidekörner zum keimen bringen und dann ein Brot daraus backen.

Diese Methode war bereits in der Antike bekannt. Aus dieser Zeit stammt auch die Bezeichnung „Essener Brot“. Der Name geht auf die Essener zurück, eine Gruppe im antiken Judentum. Sie haben Fladenbrote aus gekeimtem Getreide hergestellt. Diese Fladen kannst Du heute so auch herstellen. Sie bestehen zu 100% aus gekeimten Körnern, die mit Wasser zu Brei gemacht und dann bei niedriger Temperatur im Backofen getrocknet werden. (Rohkostküche).

In der Modernen Küche wird gekeimtes Getreide mit anderen Zutaten und Mehl gemischt und dann ein Brot gebacken. Das Getreide muß dazu 3 Tage keimen und kann dann verarbeitet werden. Das ganze funktioniert mit unbehandeltem Biogetreide.

In der Rezeptekategorie findest Du das genaue  Rezept dazu und auf youtube eine Videoanleitung.

Bis dahin bleib gesund.
Deine Sabine Güntsche

Können gesunde Lebensmittel dick machen?

WeizenkörnerIch habe bereits in mehreren Artikeln über Lebensmittel gesprochen, die Du vermeiden solltest. Darin kamen hauptsächlich Sachen wie Zucker, Milch und Konservierungsstoffe vor. Darüber möchte ich heute nicht schon wieder schreiben.

Stattdessen möchte ich über ein ganz alltägliches Lebensmittel sprechen, das sicher in großen Mengen in Deiner Ernährung vorkommt und  vielleicht für Gewichtszunahme, Kopfschmerzen oder auch Verdauungsstörungen sorgt. Das Ausgangsprodukt steckt in vielen Dingen, wie z. B. Nudeln, Müsli, Kuchen und Brot. Inzwischen gibt es sogar Fleischersatzprodukte, die Teile davon enthalten…  Die Rede ist von Weizen. Weizen ist heute unser ständiger Begleiter. Abgesehen davon, daß wir viel zu viel Brot essen ist Weizen auch in Nudeln und Müsli enthalten. Außerdem gibt es heute für Menschen, die kein Fleisch essen, sogenannten Fleischersatz. Diese Produkte können auf der Basis von Soja (Tofu) oder auch Weizenprotein hergestellt werden. Menschen, die diese Produkte verwenden, glauben, sie seien besser als Fleisch, weil sie vielleicht weniger Fett enthalten oder kein tierisches Eiweiß. Die meisten sind sich nicht darüber im klaren, daß ein Produkt, das auf der Basis von Weizenprotein hergestellt wurde, eines der größten Allergene überhaupt enthält, Gluten. (Auch Soja ist aus heutiger Sicht nicht ganz unbedenklich)

Sicher kennst Du den Begriff Glutenunverträglichkeit oder gar Zöliakie. Zwei Begriffe, die auf den gleichen Inhalt abzielen: Weizenprotein.

Was ist nun das Problem mit Weizen?

Zuallererst mußt Du wissen, daß Weizen sehr viele Kohlenhydrate beinhaltet. Grundsätzlich braucht unser Körper ein gewisses Maß an Kohlenhydraten, doch alles, was über den Bedarf hinaus aufgenommen wird, wird als Fett eingelagert. Desweiteren löst Weizen in größeren Mengen  Allergien aus und fördert Entzündungen. Es ist wichtig, daß Du diese Fakten kennst, um entsprechend zu handeln. Auch Obst und Gemüse enthalten Kohlenhydrate. So gesehen wäre es also möglich, den Bedarf an Kohlenhydraten zu decken indem Du mehr Obst und Gemüse und gleichzeitig weniger Brot und Nudeln ißt.

„Im Gegensatz zu unseren Vorfahren vor etwa 10.000 Jahren ist Weizen heutzutage jedoch kein wahres Naturprodukt mehr, sondern eine genetisch veränderte Mischung aus verschiedenen Zuchtformen.“ (Zitat http://zentrum-der-gesundheit.de)

Diese Modifikation erzielt hohe Erträge, wehrt Ungeziefer ab und ist mit einem Anteil von 50% Gluten bestens für industrielle Backverfahren geeignet. (Früher hatte Weizen lediglich einen Glutenanteil von 5%).Dadurch wird das Brot locker und luftig. Einige „Experten“ behaupten sogar, ohne Weizen könne man kein Brot backen. Die meisten Großbäckereien verfahren nach diesem Prinzip. Schau Dich mal um, kennst Du einen Bäcker, der beispielsweise ein reines Dinkelbrot anbietet? Es steht zwar auf dem Schild, jedoch ergaben alle Nachfragen meinerseits, daß immer ein Weizenanteil im Brot ist.
Daraufhin habe ich einen Selbstversuch gestartet und auf der Basis von Dinkel verschiedene Mischungen von Brot selbst gebacken. Es ging auch ohne Weizen sehr gut.
Erkennst Du jetzt das Problem?
Die eben genannten Details kennen die wenigsten Menschen. Das liegt zu einem Großteil auch daran, daß Weizenprodukte , insbesondere auch sogenannte Vollkornweizenprodukte immer und überall als gesund dargestellt werden. Kein Wunder, der neue degenerierte, schädlingsresistente  massenhaft angebaute Weizen muß ja unter die Leute gebracht werden…
Vielleicht gehörst Du zu denjenigen, die schon einmal darüber gehört oder gelesen haben und jetzt zwar das Problem erkennen aber nicht wissen, was man verändern kann?
So ging es mir bis vor kurzem auch. Ich war entsetzt, wo überall Weizen verarbeitet wird…
Mir war nicht klar, was ich dagegen tun ḱann. Zumal ich auch bemerkt hatte, daß ich mich nach dem Verzehr von weizenhaltigen Lebensmitteln oft gar nicht so gut gefühlt habe. Nun, einfach alles weglassen war natürlich mein erster Gedanke. Aber so einfach ist das gar nicht. Vor allem stellt sich gleich die nächste Frage: „Was nehme ich stattdessen?“
Ich möchte Dich nicht mit den Einzelheiten langweilen, deshalb nenne ich Dir einfach einige Beispiele, wie Du Lebensmittel mit Weizen gegen solche tauschen kannst, die weizenfrei sind.
Bei Brot mußt Du kreativ sein und entweder selber backen oder in Biobäckereien nachfragen. Die meisten haben eine sehr gute Auswahl an weizenfreien Broten und auch Kuchen. Bei Nudeln könntest Du auch auf eine Dinkelvariante umsteigen oder Du läßt Nudeln ganz weg. Für Kuchen und Feingebäck könntest Du eine Mischung aus Reis- u. Dinkelmehl verwenden. Ich habe einen Waffelteig aus Reismehl hergestellt und im Waffeleisen ausgebacken, das war sehr gut. Allerdings ist die Quellfähigkeit anderer Mehlsorten schwächer als bei Weizen. Das hat Auswirkungen auf die Konsistenz sowohl des Teiges als auch des fertigen Kuchens.
Über Müsli habe ich ja bereits in einem anderen Artikel geschrieben. Das beste Müsli ist eine Mischung aus Haferflocken mit Nüssen und Trockenfrüchten. Das kannst Du mit wenig Aufwand selbst mischen. Übrigens, auch bei Paniermehl, das ja üblicherweise aus Weizenprodukten gemahlen wird, gibt es eine Alternative. Ich haben neulich im Bioladen ein Dinkelpaniermehl bekommen. Eine Panade aus gemahlenen Mandeln ist auch eine sehr schmackhafte Alternative.
Ich werde in den kommenden Wochen weiter auf dieses Thema eingehen.
Bis dahin bleib gesund.
Deine Sabine Güntsche